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Die Springerfreunde aus Innsbruck und Partenkirchen konnten sicher nicht ahnen, was aus ihrer Idee einmal werden würde, als sie im Sommer 1949 in der gemütlichen Stube des Hauses "Maier" in Partenkirchen zum ersten Mal davon sprachen, eine "Springertournee" ins Leben zu rufen. Im Winter 2003/2004 wird diese erfolgreiche Tournee zum 52. Mal durchgeführt.
Ein Blick zurück: In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg war es den deutschen Skispringern von der FIS noch verboten, im Ausland zu starten. Trotzdem ließen es sich die Freunde aus Innsbruck nicht nehmen, ihre Kameraden vom Ski-Club Partenkirchen (SCP) in den ersten Nachkriegsjahren zu Skispringen auf der Seegrube bei Innsbruck - die Bergisel-Schanze lag noch in Trümmern - einzuladen. Als der Deutsche Skiverband (DSV) wieder in die FIS aufgenommen wurde, veranstaltete der SCP am 1.1.1949 sofort sein traditionelles Neujahrs-Skispringen mit internationaler Besetzung, wie bereits seit 1921. In den Nachkriegsjahren 1946 - 1948 waren nur deutsche Springer am Start.
Beim Nachtskispringen am 17. Mai 1952 auf der Seegrube lag nach langer, temperamentvoller Diskussion endlich die "Geburtsurkunde" - sprich der Organisationsplan für die "Deutsch-Österreichische Springertournee", kurz "die Tournee", auf dem Tisch. Von den Gründern Toni Glos, Emmerich "Putzi" Pepeunig (Innsbruck), Beppi Hartl, Franz Rappenglück (SCP), Andi Mischitz, Fred Triebner (Bischofshofen), Alfons Huber und Xaver Kaiser (Oberstdorf) ist der legendäre Putzi Pepeunig am 20. März 2000 79-jährig im Innsbrucker Friedhof unter seiner geliebten Bergiselschanze als Letzter der Gründer beerdigt worden, wobei er bis zuletzt als Tournee-Ehrenpräsident an der Tournee regen Anteil nahm.
Sein Nachfolger wurde der langjährige ehemalige Vorsitzende des Ski-Clubs Partenkirchen (SCP), Hans Ostler, der Tournee als Präsident vor. Er ist einer der ganz Wenigen, die seit der 1. Tournee als Funktionäre an der Tournee beteiligt sind. Ostler wurde 2003 vom ehemaligen Obmann des Bergisel-Skispringens, Dietmar Hemerka abgelöst, nachdem das Tournee-Präsidium beschlossen hat, dass die Tournee-Präsidentschaft alle 3 Jahre zwischen Deutschland und Österreich wechselt.
Die drei Stationen Partenkirchen (mit dem Neujahrs-Skispringen), Innsbruck und Bischofshofen waren von Anfang an als Tournee-Teilnehmer klar, man beauftragte den SCP wegen der Parität der Skiverbände Deutschland und Österreich einen zweiten deutschen Partner zu suchen. In engerer Wahl standen dabei Berchtesgaden, Füssen und Oberammergau, denn diese Orte verfügten damals über moderne Sprungschanzen und hatten eingespielte Organisationsteams. Weil aber die Zuschauer-Einzugsgebiete jenen der Gründer-Clubs gleichkamen, verzichtete man auf eine Zusammenarbeit mit den genannten Orten. So ist dann dem ursprünglichen Plan mit dem Ski-Club Oberstdorf in Verbindung zu treten, der Vorzug gegeben worden.
Mit dem Neujahrs-Skispringen in Garmisch-Partenkirchen 1953 begann schließlich die "Tournee": Vor 20.000 begeisterten Zuschauern nahmen 6 Nationen (neben den besten deutschen und österreichischen Springern noch 4 Schweden, je 3 Norweger und Schweizer und fünf Springer aus Slowenien) am Tournee-Auftakt teil. Der Norweger Asgeir Dölplads gewann mit 78,5 und 81 Metern vor dem Österreicher Sepp "Buwi" Bradl. Am 4.1. folgte mit Oberstdorf die zweite Station, Erling Kroken (NOR) siegte mit 66,5 und 69,5 Metern ebenfalls vor Bradl. Am 6.1. fand das Dreikönigs-Springen in Innsbruck statt. Bradl siegte mit 72 und 73,5 Metern vor dem Sieger von Partenkirchen, Asgeir Dölplads, am 11.1.53 wurde die 1. Tournee in Bischofshofen abgeschlossen, dabei hieß der Sieger Halvor Naes (NOR, 90,5 und 94 Meter). Zweiter wurde erneut "Buwi" Bradl, der sich damit als erster Tournee-Sieger in der Chronik verewigte.
Viele politische und natürliche Hindernisse waren in der Folgezeit zu überwinden, um die Tournee am Leben zu erhalten, es war schließlich weitgehend noch Visums-Pflicht um nach Deutschland und Österreich einzureisen oder von einem Land ins andere zu gelangen. Dies war für die Organisatoren nicht immer leicht, die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Grenzstellen half immer wieder diese Hürden zu überwinden, dazu kamen Unwägbarkeiten wie der Flaggenstreit mit der damaligen DDR und ähnlich politisch bedingte Schwierigkeiten. Aber auch diese wurden überwunden. Ein wesentlich schwierigeres Handicap war die Witterung, die nicht immer mitspielte, es gab schließlich noch keine Maschinen, die künstlichen Schnee erzeugten und so war das Suchen, Finden und Transportieren von Schnee von den entlegensten Orten eine oft nervenaufreibende Tätigkeit der Organisatoren. Aber allen Widrigkeiten zum Trotz wuchs die Tournee von Jahr zu Jahr zu immer größeren Erfolgen.
Natürlich passten sich die Organisatoren der Tournee den Fortschritten an:Bereits im Jahre 1956 übertrug der Bayerische Rundfunk in der ARD das Neujahrs-Skispringen und trug damit wesentlich zur Popularität der Tournee bei, ab 1960 wurden auch die anderen Stationen der Tournee im Fernsehen (in Deutschland später abwechselnd von ARD und ZDF) übertragen. Bis zu 25 Fernsehstationen übertragen heute die Tournee in die ganze Welt. Mit der Qualifikation zum Neujahrs-Skispringen 2000 am 31.12.1999 endete die Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland. Vom Deutschen Skiverband konnte mit der führenden Fernsehanstalt RTL ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.
Bereits 1962 wurde damit begonnen, zur Ergebnis-Auswertung Computer einzusetzen und schon 1972 begann die Zusammenarbeit mit einem Sponsor, nämlich der Firma "Intersport", die der Tournee mehr als 25 Jahre ihren Namen gab und wesentlich zum Erfolg der Tournee beitrug.
Technische und organisatorische Neuerungen wurden meist bei der Tournee erprobt und dort auch zuerst eingesetzt, wie beispielsweise die Video-Weitenmessung.Mit nur wenigen Ausnahmen wurde in der Vergangenheit bis heute die Tournee in der Reihenfolge Oberstdorf - Garmisch-Partenkirchen (1.1), Innsbruck und Bischofshofen (6.1.) durchgeführt.
Nach der wohl erfolgreichsten Tournee 2001/2002, bei der erstmals ein Springer, nämlich Sven HANNAWALD, GER alle vier Einzelkonkurrenzen gewonnen hat, fand 2002/2003 wieder eine ganz „normale” Tournee mit 4 verschiedenen Einzelsiegern statt.
Bei der 54. Tournee 2005/06 gab es erstmals zwei Erstplatzierte. Janne AHONEN (FIN) und Jakub JANDA (CZE) erreichten nach acht Wertungs-Durchgängen je 1081,5 Punkte.
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