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Mit dem Neujahrs-Springen 1953 in Garmisch-Partenkirchen wurde die Deutsch-Österreichische Springertournee aus der Taufe gehoben. Mehr als 20.000 Zuschauer sahen prächtige Leistungen von 50 Skispringern aus sechs Ländern. Neben den besten Springern aus Deutschland und Österreich kamen auch vier Schweden, drei Norweger und Schweizer und fünf aus Slowenien. Diese Sportler wurden den heimischen Skispringern zum Vorbild und halfen der Belebung des Clubgeschehens.


Zu einer Panne kam es beim Grenzübergang am Oberjoch, als die Teilnehmer in Omnibussen von Oberstdorf nach Innsbruck befördert wurden. Erst dort stellte sich heraus, daß die schwedische Mannschaft ohne die damals erforderlichen Visa nach Österreich einreisen wollte. Unvorstellbare Aufregung in den Bussen und viele Telefonate vom Grenzposten mit dem Paßamt in Innsbruck waren die Folge. Schließlich siegte die sportliche Begeisterung der obersten Beamten über die Gesetzgebung, und die Springermannschaften konnten geschlossen die Reise fortsetzen. An dieser Stelle sollte den Paßämtern der Polizeidirektionen von Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck ein dankbares Gedenken gesetzt werden. Diese haben in der Nachkriegszeit in sehr vielen Fällen die Dienstvorschriften überzogen, um den Skisportlern zu grenzüberschreitenden Wettkampfstarts in Bayern und Tirol zu verhelfen. Es wurde nie eine Affäre daraus, so daß auch keine Unannehmlichkeiten entstanden sind. In den Bestrebungen, einwandfreie Wettkämpfe durchzuführen und den Teilnehmern einen angenehmen Aufenthalt zu vermitteln, vernachlässigten die organisierenden Tournee-Skiclubs auch für die überraschend vielen anwesenden Sportjournalisten gute Arbeitsbedingungen vorzubereiten. Dies wurde dann in der Berichterstattung negativ angeprangert. Die unangenehmen Nachreden wurden jedoch in den Reportagen von den sportlichen und organisatorischen Höchstleistungen weitgehend übertroffen.


Die Deutsch-Österreichische Springertournee hatte einen guten Anfang genommen. Zuschauer und Organisatoren waren ebenso begeistert wie die teilnehmenden Mannschaften. Die Skiclubs der Partnerorte hatten das gesetzte Ziel erreicht, wenn damals auch noch nicht die gesamte Weltklasse der Skispringer mitgemacht hat. In den Grundstein dieser Springertournee mußte der Wunsch eingemeißelt werden, die Veranstaltungsreihe zu einer ständigen Einrichtung werden zu lassen. Die vorzügliche Premiere der Tournee gab den Clubfunktionären einen enormen Auftrieb und wurde deshalb sofort mit der Planung für die nächstfolgende Skisaison begonnen. Als eine Neuerung im internationalen Skisprunggeschehen wurde die Schnellwertung eingeführt, wonach sofort nach jedem Sprung die Endnote festzustellen ist. Dagegen ist ein Vorschlag des Innsbrucker Skisprungveteranen Adi Putz auf Einführung einer 1/10-Punktewertung von den FIS-Experten abgelehnt worden.