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Die Wandlung im Sprungstil konnte als "abgeschlossen" betrachtet werden. Alle Spekulationen und Kritiken hinsichtlich der verschiedenen Stilarten haben weitgehend nachgelassen. Die Skispringer haben sich jeder einen persönlichen Stil angeeignet, wobei die Ausnützung des Luftpolsters schon beachtliche Fortschritte machte. Den Sportjournalisten wurde ein sehr leidenschaftlich behandeltes Thema genommen.

Mit den Skispringern der DDR kam es in Oberstdorf neuerlich zu einem unangenehmen Zwischenfall. Ein übereifriger Landgendarm hatte das DDR-Ärmelabzeichen am Dress der ostdeutschen Springer beanstandet. Das DDR-Emblem durfte damals in Deutschland nicht offen gezeigt werden. Die Folge dieser Beanstandung war ein neuerliches Fernbleiben vom Start der ganzen DDR-Mannschaft sowohl in Oberstdorf wie auch in Partenkirchen. Gemeinsam mit der sowjetischen Mannschaft sind die DDR-Springer nach der Veranstaltung in Innsbruck nach Moskau abgereist, um dort einen internen Vergleichswettkampf zu bestreiten.

Norwegen hat den Leistungsabfall im Skispringen der vergangenen acht Jahre überwunden und stellt mit Toralf Engen wieder einen Gesamtsieger sowie gemeinsam mit Brandtzäg und Yggeseth ein sehr starkes Springerteam. Erfreulich zu vermerken, daß erstmals auch Skispringer aus den USA die Tournee mitmachten.

In Oberstdorf wurde das neue Kurhaus mit einer ausgezeichneten Siegerehrungsfeier dem Skiclub zur Verfügung gestellt. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Gründung der Skiflugvereinigung KOP, in welcher der Partner-Skiclub Oberstdorf eine sehr wichtige Mitsprache einbrachte.


In Innsbruck wurde die "Firstfeier" der umgebauten Bergisel-Schanze begangen, was gleichzeitig auch die erste Olympiaprobe war. Im Zuge dieser Erprobung wurde erstmals bei Skisprungkonkurrenzen das Ergebnis über Computer (IBM) ausgewertet.

Ebenfalls erstmals wurde das Bergisel-Springen im Fernsehen direkt ausgestrahlt.


Eine Panne verursachte das Versagen des Fahrdienstes in Innsbruck, weil die erforderlichen Busse für den Transport der Mannschaften nach Partenkirchen nicht bestellt und programmiert wurden. So mußten verschiedene Teams nach vergeblichem Warten in Eigeninitiative Taxifahrzeuge rufen, um den angesetzten Trainingstermin in Partenkirchen gerade noch rechtzeitig zu erreichen.


Es sollte daran erinnert werden, daß von der Tourneeorganisation gemeinsam mit den Funktionären der Schweizer Springerwoche an die FIS der Vorschlag eingebracht wurde, für jede Sprungschanze eine eigene "progressiv" aufgebaute Weiten-Notentabelle zu installieren. Dieser Vorschlag wurde vom FIS-Tabellenkomitee negiert und so hatte dies zur Folge, daß die progressiven Tabellen insgesamt aus dem Verkehr gezogen wurden. Seither sind nur noch die "linear" abgestuften Weitentabellen in Verwendung, welche sich sehr gut bewährten.

Als ein neues Problem stand im Skisprungsport die "schöne" und die "sichere" Landung zur Debatte. Vom finnischen Skiverband angekurbelt, sollte auf die Bewertung der Landung überhaupt verzichtet werden. Ein solcher Antrag wurde im Jahre 1972 - nach dem Olympiasieg des W. Fortuna - von Polen eingebracht. Diese Auffassung des "Kacherl-Aufsprungs" fand aber keine Zustimmung. Der klassische Telemark blieb nach wie vor dem Skisprung erhalten.