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Der Leserbrief eines Mitgliedes vom Westdeutschen Skiverband vermittelt die Auffassung vieler Organisatoren, welche nicht immer mit dem örtlichen Skiclub identisch sind: „Von Jahr zu Jahr wird es immer schwieriger, Skispringen zu veranstalten. Es gibt nur wenige Klassespringer, dafür werden die Großschanzen immer mehr. Die Spesensätze werden unerschwinglich, und es stellt sich die Frage, ob nicht der Weg zum Profitum aufzumachen wäre? Es sollte sich ein Manager finden, der ähnlich dem Tenniszirkus von Jack Kramer mit etwa 30 festengagierten Springern in der Zeit von Weihnachten bis Ostern von Schanze zu Schanze reist. Dies wäre sicher billiger, und die Springer hätten bessere Chancen wie die Alpinen, weil sie nicht an Berge gebunden sind. Insbesondere Westdeutschland hätte die Vorteile abzuschöpfen, weil mit dem Ruhrgebiet ein Massenpublikum als Hinterland zur Verfügung steht."
Sicher sind solche Gedanken für diese Zeit eher Utopie, kommen aber auf, wenn z. B. in Meinerzhagen eine sündteure Kunststoff-Mattenschanze errichtet wird, zu deren Eröffnung mit Wirkola, Brandtzäg und Bachler die Spitzenspringer eingeladen werden und über 10.000 Zuschauer das kleine Skistadion besuchen.
Unter diesen Aspekten wird es klar, daß der Tournee und deren Funktionären von allen Seiten die höchsten Anerkennungen ausgesprochen werden, zumal hier Amateursport nicht nur von den Aktiven, sondern auch von den Organisatoren ausgestrahlt wird.
Damit die offiziellen Sprungrichter anläßlich der Olympischen Winterspiele 1968 in Grenoble eine ausreichende Vorbereitungsübung erhalten, wurden diese nominierten Olympiakampfrichter schon bei der 16. Tournee eingesetzt. Diese Maßnahme fand ihre Rechtfertigung darin, weil der kanadische Sprungrichter seine ungenügenden Kenntnisse selbst erkannte und sich später einvernehmlich von seinem Olympia-Einsatz entbinden ließ. Kritisiert wurde diese Aktion von verschiedenen Mannschaften mit dem Hinweis, daß die nationalen Skiverbände für die erforderliche Ausbildung der Kampfrichter selbst zu sorgen hätten.
In Mitteleuropa wurden neue Skisprung-Tourneen gegründet: Die Gemeinschaft von Tarvisio, ITA, Maribor, JUG, und Villach, AUT, wurde so konzipiert, daß die Teilnehmer der Deutsch-Österreichischen Tournee dort terminlich sofort anschließen könnten. Die damals bereits strenge Einteilung der Weltklassespringer für FIS-A-Konkurrenzen verhinderte aber weitgehend diese Planung.
Eine andere Initiative verband die Olympiaorte Chamonix, FRA, St. Moritz, SUI, und Cortina, ITA zu einer Veranstaltungsreihe, die als „Grand Prix de Nation" nur eine kurze Lebensdauer hatte, weil die Terminwahl mit der alteingesessenen „Schweizer Springerwoche" kollidierte.
Springertourneen in Polen und der Tschechoslowakei bestanden schon einige Zeit und wurden jetzt auch für eine Beteiligung von „West-Sportlern" geöffnet. Die Bedeutung dieser Veranstaltungen blieb stets in den bescheidenen finanziellen Möglichkeiten stecken. Einzig die seit 1951 bestehende „Schweizer Springerwoche" konnte sich im Skisprungsport durchsetzen. Entstanden aus der vorkriegszeitlichen Graubündner Tournee funktionierte diese Springerwoche in einem Zweijahres-Rhythmus ausgezeichnet. Allerdings wurden die unzeitgemäßen Profile der verwendeten Sprungschanzen in Unterwasser und Le Locle sehr stark kritisiert und mußten ausgeschieden werden. Inzwischen wird die Springerwoche auf zwei Schanzen reduziert, verfügt aber nach wie vor über eine beachtenswerte Beliebtheit.
In Innsbruck wird erstmals die Siegerehrung sofort nach dem Wettkampf im Skistadion durchgeführt. Damit konnte das Publikum den Ehrungsakt miterleben.
Die Tourneeorganisation hatte einen schweren Verlust zu beklagen: Am Ende seiner Skiabfahrt vom Eckbauer brach der hochverdiente SCP-Sportwart und in vielen Jahren bewährte Schanzenchef und Rennleiter Martl Wörndle zusammen und verschied auf der Stelle an einem Herzversagen. Mit ihm hat die Tournee einen eifrigen und aufgeschlossenen Mitarbeiter und einen echten Freund verloren.
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