DSV ֓V FIS EON VIESSMANN
sponsors

Unterernährt, hohlwangig und kaum lebensfähig präsentierten sich die Pisten und Schanzen im Alpenraum. Trotz dieses einhelligen Pressekommentars war es den Präparierungsmannschaften der Tourneeclubs gelungen, einwandfreie Sprungschanzen herzurichten.

Damals ist in Garmisch-Partenkirchen im Alter von 85 Jahren C. I. Luther gestorben. Damit hat einer der ersten Skisprungpioniere in Mitteleuropa die Skiwelt verlassen, der in unzähligen Referaten und Artikeln bis zum Lebensende in allen Belangen der Skisprungprobleme Stellung genommen hat.

Hans Heinrich Kirchgessner tritt in dieser Zeit von seinen Aufgaben als Generalsekretär im DSV in den Ruhestand. Er war vor dem Krieg als Direktor der bayerischen Zugspitzbahn ein ständiger Förderer des SCP-Jugend. Nach dem Kriege war er Gründer und bis 1951 Geschäftsführer des Sportkomitees in Garmisch-Partenkirchen, bis er dann 17 Jahre im DSV mitwirkte.

Björn Wirkola, anläßlich der Olympiaspringen des Vorjahres in Grenoble in untergeordneter Rolle, wurde als Spitzenspringer abgeschrieben, sein Stern galt allgemein als erloschen. Wer dies glaubte, hatte sich schwer getäuscht, denn bei der 17. Tournee sah man den besten Wirkola, den es je gab.

Ausschreitungen und Raufereien in Nachtlokalen verstrickten die norwegischen Springer in polizeiliche Amtshandlungen, in welche sich unsere SCB-Funktionäre mit allen Beziehungen einschalten mußten. Interventionen und Bittgesuche konnten das Schlimmste verhindern. Den Mannschaftsleitern wurde eindringlich klargemacht, daß sie für Auftreten und Ordnung ihrer Schützlinge zu sorgen haben. Es wurde dieser Appell auch rasch und gut verstanden, so daß künftig keine moralischen Beanstandungen zu registrieren waren.

Einen raschen Umbau der veralteten Schattenbergschanze in Oberstdorf verlangten die Mannschaftsführer mit Nachdruck. Seit vielen Jahren wurde diese Forderung mit dem Versprechen eines Neubaues hinausgeschoben, jetzt wollten die Skispringer auf dem unzeitgemäßen Schanzenprofil dieser Anlage nicht mehr mitmachen und drohten mit Boykott der Tournee. Oberstdorf war nunmehr zum Handeln gezwungen.

Mit dem Skiclub Ruhpolding kam es zu einem echten Krach. Unser traditioneller und zeitgerecht angemeldeter Veranstaltungstermin wurde von diesem Club beim DSV mit falschen Angaben unterlaufen. Für den 28. Dezember wurde ein Skispringen angemeldet und als Tourneebeginn propagiert, ohne mit der Tourneeorganisation vorher diesbezüglich etwas abzusprechen.

Die ständig steigenden Kosten für die Reisen und Aufenthalte der Teilnehmer, verbunden mit den allgemeinen Preissteigerungen, veranlaßten die Tourneeorganisatoren sich umzusehen, ob allenfalls ein geeigneter Sponsor für die Tournee gefunden werden kann. Alkohol- und Zigarettenfirmen wären sofort bereit gewesen, mit sehr ansehnlichen Beiträgen in eine Partnerschaft einzusteigen. Derart sportfremde Erzeugnisse waren aber von der FIS nicht erlaubt und für die Skiclubs auch nicht annehmbar.

Planica gibt mit der neuen Flugschanze enorme Voraussetzungen, und die Schanze hielt, was sie versprach. Die Weitenrekorde wurden von Wirkola, 156 m, über Raska, 164 m, bis Manfred Wolf, DDR, auf 165 Meter hinaufgeschraubt. Der Oberstdorfer KOP-Partner hat im Skifliegen neue Dimensionen gesetzt.