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Der Winterbeginn ließ lange auf sich warten. Deshalb einigten sich die Tournee-Skiclubs den 22. Dezember 1953 als Endtermin für eine allenfalls notwendige Absage der Tournee festzulegen. Die Wartezeit ging jedoch bei schönstem Herbstwetter vorüber. Unternehmungslustig verschoben die begeisterten Clubfunktionäre den Absagetermin auf den 28. Dezember, und es wurde tatsächlich notwendig, dann die zweite Tournee wegen Schneemangels abzusagen.


In Unkenntnis dieses Beschlusses ist die österreichische Springermannschaft dennoch nach Oberstdorf angereist und siehe da, mit Ankunft der Skispringer begann es dort zu schneien. Ja, es gab Schnee in Hülle und Fülle. Sofort griffen die arbeitsfreudigen Skiclubmitglieder zu den Präpariergeräten, und die anwesenden Skispringer halfen in fachkundiger und selbstverständlicher Gepflogenheit eifrig mit, die Schattenbergschanze in Bestform zu bringen. Gleichzeitig wurden alle Skiverbände telegrafisch verständigt, daß die Tourneewettkämpfe nun doch im vollen Umfang durchgeführt werden.


Hier sollte auch dankbar die Haltung der SAS-Fluggesellschaft erwähnt werden, welche wegen des Transportes der skandinavischen Springermannschaft den Flugplan um einen halben Tag verschoben hat, damit alle prominenten Weltklasse-Skispringer zeitgerecht nach München geflogen werden konnten. Die Springer aus dem hohen Norden sind dann am 31. Dezember 1953 direkt vom Flughafen München-Riem zur Schattenbergschanze gebracht worden. Obwohl mit müden Gliedern waren die Demonstrationen dieser Springer von einem sehr hohen Niveau und werden den damaligen Konkurrenzen in guter Erinnerung bleiben. Insgesamt sieben Skiverbände beschickten diese kurzfristig einberufene zweite Tournee.


Sehr viele Skiclubs aus allen Regionen Mitteleuropas sind aufgetaucht und wollten sich der Tournee anschließen. Geschürt wurden diese Bestrebungen durch die großherzige Nachgiebigkeit des SCP-Sportwartes Franz Rappenglück, der entgegen den tourneeinternen Abmachungen, den Tourneeteilnehmern einen Start am 2. Jänner 1954 in Oberammergau erlaubte. Es bedurfte diplomatischen Geschickes, sich der darauffolgenden zahlreichen Veranstaltungswerber zu entledigen, ohne die Funktionäre der befreundeten Skiclubs zu beleidigen. Diese Kunst war den Tourneeverantwortlichen in allen Jahren mit neuen Herausforderungen geblieben.


Eine Erinnerung am Rande: Die Norweger und Schweden wurden als besondere Gäste in Innsbrucks Nobelhotels untergebracht. Um so mehr erstaunt war der Quartierreferent, als vom norwegischen Mannschaftsführer die Minderwertigkeit seiner Unterbringung angemeldet wurde. Die Überprüfung der Sachlage zeigte auf, daß die Schweden im Hotelzimmer ein Telefon zur Verfügung hatten, was beim norwegischen Hotel fehlte.


Viele Jahre später, als dann eine direkte Telefondurchwahl vom Hotelzimmer aus möglich war, sind die Innsbrucker Funktionäre erst über die detaillierten Hotelrechnungen daraufgekommen, daß die Norweger ganz große Meister im Telefonieren sind.