|
Anläßlich dieser 21. Tournee wurde auch eine Teamwertung erprobt. Jede Mannschaft konnte dazu vier Springer anmelden, deren drei besten Endpunkte bei jedem Wettkampf für die Mannschaftswertung herangezogen wurden. Dementsprechend mußten auch die Einladungsquoten von bisher drei auf vier Springer und einen Begleiter erweitert werden. Bei diesen Einladungen handelt es sich nur um die Reisespesenvergütungen, nachdem bei den Tourneeveranstaltungen schon immer alle Teilnehmer (Springer wie Begleiter) freien Aufenthalt bekommen haben.
Die Teamwertung fand weder bei den Skiverbänden, Teilnehmern, noch bei den Journalisten und dem Publikum irgendwelche Beachtung, so daß sich der erste Versuch sofort totlief. Aus dieser Erprobung konnte die Erkenntnis gezogen werden, daß Mannschaftswettkämpfe nur als eine eigene Disziplin, nicht aber in Verbindung mit einem Individualwettkampf durchgeführt werden sollten.
Die umfangreiche Betreuungsarbeit für die immer größer werdende Anzahl von Berichterstattern machte es erforderlich, in jedem örtlichen Organisationsstab ein eigenes Pressereferat zu installieren. Ist die Bereitstellung von informativen Unterlagen bereits zufriedenstellend, so mußten jetzt auch die Arbeitsbedingungen für die Journalisten verbessert werden. Die damals aufgelegte Teilnehmerliste wurde von den teilnehmenden Reportern leider nur mangelhaft ausgefüllt, war aber die Grundlage für den Verteilerschlüssel der Presse-Informationen.
Der DDR-Skiverband stellt mit Aschenbach, Schmidt, Wolf, Glass u. a. m. eine sehr leistungsstarke Mannschaft, welche alle Wettkämpfe dominiert.
Das Organisationskomitee bemühte sich verstärkt um die direkte Partnerschaft mit den heimischen Fernsehgesellschaften. Der Widerstand des DSV konnte auch jetzt noch nicht gebrochen werden. Intern wurde aber ein Abkommen zwischen den Partnerclubs getroffen, wonach alle Clubs einen Anteil von den eingespielten TV-Honoraren erhalten. All dies wurde aber nur als Übergangslösung betrachtet. Bisher blieben nämlich die seit 1956 kassierten Übertragungsgelder vom Neujahrsspringen voll dem SC Partenkirchen.
Trotz einiger ansprechender Teilerfolge sind die Springermannschaften Österreichs und Deutschlands mit den gezeigten Leistungen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Lediglich Bachler vom ÖSV und Grosche vom DSV konnten in der Spitzenklasse mithalten. Verletzungen und Versager demoralisierten die Skispringer und wurden dann auch von der Presse abgekanzelt. Von dieser Seite wurde auch die Ablösung der Trainer und Änderung des Trainingskonzeptes gefordert.
Verwirrung ist bei den Skisprungveranstaltungen entstanden, weil sich die Trainer in den Startbefehl einschalteten. Entstanden ist dieser Übergriff in Sapporo, wo die Rennleitung ohne Berücksichtigung der Windverhältnisse die Schanzenfreigabe diktierte.
Die neugebaute Schattenbergschanze, K 115 Meter, wurde in Oberstdorf anläßlich der 21. Tournee ihrer Bestimmung übergeben. Neben der modernen und vielbewunderten Flugschanze im Birksautal verfügt jetzt Oberstdorf auch über ein vorzügliches Skisprung-Stadion mit drei Schanzen (K 115, 90 und 40 m) und elektronischen Einrichtungen.
In Innsbruck wird erstmals die Randeinfassung der Aufsprungbahn mit einem 1/2 Meter breiten Stoffband eingeführt. P bis TP in Grün, weiter bis K blau und von dort in gleicher Länge bis in den Auslaufradius rot. Eine Maßnahme, die einige Jahre später in die IWO aufgenommen wurde.
|