|
Sehr eindringlich wurde von vielen Seiten eine Verringerung der Teilnehmerzahlen verlangt. Für die Tourneeorganisatoren war dies der Anlaß, bei einer internationalen Skitagung über die Verkleinerung der Mannschaften zu sprechen. Die zuständigen Verbands-Sportwarte und Trainer richteten jedoch die Bitte, auch weiterhin den jeweiligen Nationalkader vollzählig zur Tournee bringen zu dürfen, weil nur bei dieser Veranstaltungsreihe ein vollbesetzter und echter Leistungsvergleich möglich ist. Für jeden Nachwuchsspringer bedeutet ein Start bei der Tournee eine Belastungsprobe und ist deshalb eine wertvolle Aufbauhilfe. Die Skiverbände betrachten die "lntersport-Springertournee" nicht als eine Monsterveranstaltung im üblichen Sinne, sondern unterstreichen diese Mission für den Aufbau im Skisprungsport.
Sicherlich waren die Einsprüche berechtigt, zumal bei dieser 22. Tournee insgesamt 103 Springer und 43 Offizielle beteiligt waren. Damals mußten bei jedem Wettkampf auch noch sehr viele Stürze verzeichnet werden. (Von 634 Konkurrenzsprüngen waren es 51 Stürze, also 8 %.) In Oberstdorf verletzte sich Skarseth, NOR, sehr schwer und wurde dann seine Gattin auf Tourneekosten für die zusätzliche Klinikbetreuung herbeigeholt. In Partenkirchen zog sich lto, JPN, einen Knöchelbruch zu. In Innsbruck stürzte Pürstl, AUT, schon am Schanzentisch, erlitt eine Gehirnerschütterung und Schnittwunden am Fuß, war aber nach drei Wochen Genesung wieder voll einsatzfähig.
Das Veranstaltungsbudget ist - ohne den von den vier Gemeinden aufgebrachten Präparierungskosten - auf 1/2 Million DM angewachsen. Die Aufbringung der Mittel konnte etwa zu je 1/3 über die Eintrittsgelder, den Fernsehrechten und den Sponsorbeiträgen bewerkstelligt werden. Für die beteiligten Clubs und deren ideelle Verpflichtungen gegenüber den Mitgliedern und insbesondere der Jugend blieb nicht viel übrig. Deshalb war es dann eine ganz wesentliche Erleichterung, daß Intersport durch die Bereitstellung von Veranstaltungsutensilien wie etwa Startnummern, Funktionärsabzeichen, Eintrittskarten, Fahnen, Plakate, Prospekte und andere Drucksorten eine zusätzliche Unterstützungshilfe gab.
Das Leistungsniveau steigerte sich von Jahr zu Jahr. Es ist schon unglaublich, welche vorzüglichen Leistungen bei den Tourneekonkurrenzen immer zu Saisonbeginn erbracht werden. Besonders in Erscheinung treten jetzt die beiden Schweizer Schmid und Steiner.
Das Fernsehen übertrug alle vier Tourneeveranstaltungen direkt und waren über die Euro- bzw. Intervision insgesamt 60 Stationen angeschlossen.
In Oberstdorf brilliert das neue Skistadion und einer mustergültigen Organisation.
In Partenkirchen debütiert Klaus Taglauer, der spätere Pressereferent, als Nikolaus beim Skiclubabend am 5. Dezember.
In Innsbruck wird von der alten Olympiaschanze am Bergisel Abschied genommen, denn bereits im nächstfolgenden Jahr wird auf der neuen und vergrößerten Schanze gesprungen.
In Bischofshofen hat sich die Vorverlegung des Wettkampftermines vom traditionellen Dreikönigstag auf den 5. Jänner nicht bewährt. Auch wurden die schlechten Sprungrichterplätze und die Plazierung der Anzeigetafel stark kritisiert.
|