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Diese 24. Intersport-Springertournee stand ganz im Zeichen, aber keinesfalls im Schatten der IX. Olympischen Winterspiele von Innsbruck. Ohne Starteinschränkungen hatten die Skiverbände bei dieser Tournee die ausgezeichnete Gelegenheit, auf der später verwendeten Schanze in Innsbruck die Olympiaqualifikation der Springer vorzunehmen. Gleich wie die Skiverbände zeigten auch die Sportredaktionen der Massenmedien ein starkes Interesse für die Tourneeveranstaltungen. Schwierigkeiten entstanden aber wegen der hohen Teilnehmerquote von 109 Springern, weil die eingesetzten Anzeigetafeln und Bürocomputer nur für 99 Teilnehmer programmiert werden konnten.
Um die Leistungsfähigkeit der Küche im lnnsbrucker Olympischen Dorf überprüfen zu können, wurden alle Teilnehmer - Springer, Begleiter, Betreuer, Journalisten, Kampfrichter und Ehrengäste -, insgesamt 600 Personen, zu einem Abendessen im O-Dorf eingeladen. Angeboten wurden jene Menüs, die am Tag des Olympia-Sprungbewerbes am Speiseplan vorgesehen waren.
In 60 Ländern wurden die Veranstaltungen der 24. Tournee im Fernsehen übertragen. Nachfolgende Zuschaltquoten konnten dabei registriert werden: Oberstdorf 9 %, Garmisch-Partenkirchen 22 %, Innsbruck 20 % und Bischofshofen 16 %. Damit wurde gleichzeitig nachgewiesen, daß Skispringen beim TV-Publikum ausgezeichnet ankommt. In der Beliebtheitsskala des Fernsehens rangiert zu dieser Zeit das Skispringen an fünfter Stelle.
Der Ausrüstungs-Materialkrieg ging in aller Heftigkeit weiter. Seitens des Schweizerischen Skiverbandes wurden bei der FIS Anträge zu verschiedenen Limitierungen am Ausrüstungssektor eingebracht. Insbesondere der Springeranzug stand vorrangig im Kreuzfeuer der Kritiken. Um jedoch diesen Streitigkeiten auszuweichen, wurden bei der Tournee total luftdurchlässige Startnummern-Leibchen verwendet. Daneben wurden in Sachen Ausrüstung und Geräte eingehende Beratungen in den FIS-Gremien durchgeführt. Es entstanden daraus die ersten halbwegs klaren Richtlinien des FIS-Ausrüstungskomitees.
Als in der Skisaison 1974/75 die österreichischen Springer durch ensuite-Siege die Skiwelt überraschten und die "Preiml-Truppe" plötzlich eine homogene Mannschaft wurde, mißt man im Lager der Skispringer mit anderen Maßstäben. Nicht allein durch die Erfolge imponierten die Österreicher, sondern es war auch die Art der Vorbereitung, der Kameradschaftsgeist, der Siegeswillen und das Selbstvertrauen. Preiml verstand es ausgezeichnet, die ganze Skisprungwelt immer wieder zu schocken. Zuerst brachte er Liegestühle mit, um seine Springer zwischen den Durchgängen öffentlich "sammeln und rasten" zu lassen. Später wurden hierfür Busse eingesetzt, welche mit modernen Liegen und Videoanlagen eingerichtet waren. Belustigt erinnern wir uns, daß jeder ÖSV-Springer vor dem Start einen Löffel Honig verabreicht bekam. Auch ein Weg, den Nervenkrieg anzuheizen. Die neuen Geräte und die modifizierte Ausrüstung waren insgesamt Fakten, welche die Skisprungwelt in Bewegung brachten. Die Österreicher waren ein homogenes Team, das nach dem Motto agierte: "Getrennt kämpfen und in der Gesamtheit siegen." Standen in den vergangenen Jahren die Springer ganz im Schatten der leistungsstarken DDR- und TCH-Mannschaften, so war nicht zu übersehen, daß aus dem jungen ÖSV-Team noch viel herauszuholen war. Skispringen war in dieser Zeit eine Sache der Österreicher und DDRIer, der Rest der Welt war vorübergehend zur Staffage degradiert.
Attraktion dieser Skisaison war die norwegische Skispringerin Anita Wold. Allerorts zollte man ihr höchste Anerkennung für den Mut und die Begabung. Bereits früher gab es weibliche Skispringerinnen, welche in die Domäne der gestandenen Männer einbrachen. Schon 1926 sprang Olga Balstad-Eggen 26 Meter weit. Dann steigerte diesen Damenrekord Johane Kolstad 1931 auf 48, 1932 auf 62 und 1937 auf 71,5 Meter. Bescheiden wirken die Leistungen der Gräfin Lamberg aus Kitzbühel, die 1911 über 22 Meter kam.
Anita Wold steigerte den Damenrekord 1972 auf 72, 1974 auf 82,5 und schließlich in Sapporo 1976 auf 97,5 Meter. Sie war sicherlich eine Einzelerscheinung, und das ist gut so.
Am 25. Dezember 1976 stirbt in Partenkirchen das Tournee-Gründungsmitglied Pepi Hartl. Von 1945-1947 als 1. Vorstand des SCP und seit 1970 Ehrenobmann, war dieser Skifreund auch ein anerkannt guter Sprungrichter. Seine freundliche Lebensart und sein fachliches Wissen wird dem SCP und dem Skisport fehlen, aber in steter Erinnerung bleiben.
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