|
Alljährlich im Mai/Juni kommen die Hauptfunktionäre der Tournee-Skiclubs zur "Manöverkritik" bei der Tourneetagung zusammen, um dort die abgelaufenen Veranstaltungen zu analysieren und die Vorbereitungen für die künftigen Aufgaben abzusprechen. Über diese Sitzungen werden Gedächtnisnotizen und Protokolle angefertigt, womit jeder Mitarbeiter in den vier beteiligten Skiclubs schriftlich informiert wird. Die Tourneetagung wird turnusweise von einem Partnerort organisiert und umfaßt auch die speziell eingeladenen Ehefrauen oder Bräute, wodurch die Verbundenheit auch in private Bereiche gelangt.
Seit dem Jahre 1976 wird aufgrund einer Initiative des damaligen Intersport-Direktors H. M. Andree auch jeweils im Herbst ein Tourneemeeting abgehalten, wo die bei der Tagung beschlossenen Maßnahmen nochmals besprochen und die bemusterten Anschaffungen vorgelegt bzw. verteilt werden.
In allen Belangen der organisatorischen Schwerarbeit wurde aber nie auf die familiären Freundschaftsbestrebungen vergessen. Zum fixen Tagungsprogramm gehören auch Kameradschaftsabende und Gemeinschaftsausflüge. Auf diese Weise sind die Funktionäre, Mitarbeiter, ebenso auch die Vertreter der Sponsoren und Hilfsfirmen zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen.
So großartig die Bedeutung der Tournee geworden ist, so ein weltweites Echo mit dieser Veranstaltung erzielt wurde, so aufschlußreich sind auch die Maßstäbe, welche die Tournee setzt. Jetzt wissen die beteiligten Gemeinden und Fremdenverkehrsbetriebe, ebenso auch die teilnehmenden Springer und Trainer, welchen Stellenwert sie besitzen - oder besitzen sollten.
Überall in allen skisprungtreibenden Ländern werden sehr große Anstrengungen unternommen, den Skispringern alle Möglichkeiten eines geordneten Trainings sowie einer bescheidenen Lebenserhaltung einzuräumen.
Im österreichischen Eisenerz wird ein Springerzentrum geschaffen. Seit 1982 ist dort von der staatlichen VÖEST eine Lehrwerkstätte und lnternatschule eingerichtet, welche neben dem intensiven Skisprungtraining auch den Abschluß des metallverarbeitenden Berufes bis zum Kfz-Schlosser und Elektriker ermöglicht. Als Trainer stehen die ehemaligen Spitzenspringer Reinhold Bachler und Gert Niederhammer zur Verfügung. Als Träger dieser Einrichtung scheinen das Land, der Bund, die Gemeinde und die VÖEST-Alpine auf, die auch die Sprungschanzen und deren Belag mit Kunststoffmatten finanzieren.
In Garmisch-Partenkirchen wird der Anlauf mit der "Happle-Treppe" ausgebaut, womit den auf drei Meter viel zuweit auseinanderliegenden Anlaufluken eine bessere Abstimmung der Startlänge ermöglicht wird.
Erstmals bei dieser 34. Tournee können auch die Skispringer aus Rumänien begrüßt werden. Es war dies auch deren erster Start im westlichen Ausland. Der Rumänische Skiverband kapselt sich vom internationalen Skisportgeschehen total ab, was aber wirklich nicht auf die Leistungen der Sportler zurückzuführen ist.
Seitens des FIS-Sprungkomitees wurden einige Neuerungen angeordnet:
- Zu den Siegerehrungen durften die Springer jetzt auch ihre Skier mitbringen, wenn bei der Zeremonie keine Nationalflagge oder Hymne angeboten wird.
- Das Komitee wurde durch einen Ausschuß für Tainerangelegenheiten erweitert, und die Springer haben unter sich eine Vorsprachegruppe nominiert.
- Neue Richtlinien für die Stilwertung wurden erstellt, was ein großes Quantum an Sprungrichterschulung mit sich zog und wofür der SCP-Obmann Hans Ostler sehr stark engagiert war.
Weil er Handschuhe mit einer Werbeaufschrift verwendet hat, wurde Rolf Age Berg, NOR, in Oberstdorf von der FIS-Aufsicht und der Jury disqualifiziert. Dies war der einzige Regelverstoß hinsichtlich der Ausrüstung, welcher in den vielen Tourneeveranstaltungen vorgekommen ist.
|