DSV ֓V FIS EON VIESSMANN
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Das Neujahrs-Springen 1956 wurde erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Sowohl die Partenkirchener Ski- wie auch die ARD-Fernseh-Fachleute beschritten damit Neuland und hatten von Anfang an einen ausgezeichneten Erfolg zu verzeichnen. Die TV-Regie und Bildausschnitte waren so hervorragend, daß selbst Skisprungexperten die Qualität als dem Originalbild ebenbürtig bezeichneten. Über die Anzahl der damit verbundenen Ausfälle von Stadionbesuchern ist man bis heute uneins. Sicher ist aber festzustellen, daß in allen Tourneeorten seit der Beteiligung des Fernsehens ganz wesentliche Besucherrückgänge zu verzeichnen sind. Andererseits ist die hervorragende Werbung für das Skispringen und für den Ort durch das Fernsehen unbestritten.


Eine aktuelle Schneearmut kennzeichnet den Beginn der Skisaison 1955/56. Innsbruck als Bewerber für die Durchführung der Olympischen Winterspiele 1960 konnte es sich nicht leisten, eine so bedeutende Skiveranstaltung wie das Tourneespringen wegen Schneemangels absagen zu müssen. Aus diesem Grunde wurde für die Schanzenpräparierung der erforderliche Schnee mit Lastautos aus den Alpenhochtälern angefahren. Vorbild für diese Aktion waren die FIS-Wettkämpfe (Weltmeisterschaften) von 1933, als erstmals die Bergisel-Sprungschanze mit vom Brennerpaß antransportiertem Schnee hergerichtet wurde.

Während Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen diesem Beispiel folgten, konnte in Bischofshofen das Geld für die Schneezufuhr nicht aufgebracht werden. Deshalb sahen sich die Skiclubverantwortlichen genötigt, die Tourneekonkurrenz auf die "Zinkenschanze" bei Hallein zu verlegen.


Federführend für die Erweiterung der Tournee mit einem Springen am 15. Jänner 1956 am Semmering bei Wien war der SC Bischofshofen. Dem enormen Kostenaufwand standen bei den Tourneespringen nur die Eintrittsgelder gegenüber, was bei S 5,- einschließlich des Programms nicht ausreichte. Am Semmering war man aber bereit, wesentliche Beiträge für die Flugbillets beizusteuern. Schließlich mußte das Springen am Semmering wegen der Landesmeisterschaften auf den 26. Dezember 1955 vorgelegt werden, und die beteiligte finnische Mannschaft hat hernach erklärt, daß wegen der Reisebelastung die Ausweitung der Tournee nicht nochmals akzeptiert wird. Ebenso wie dem WSV Semmering wurde deshalb auch ein Antrag vom SC Cortina, ITA, für weitere Tourneeanschlüsse die Absage erteilt.

Aufgewertet wurden die Konkurrenzen dieser 4. Tournee mit der erstmaligen Beteiligung der Skiverbände aus den Oststaaten (DDR, POL, SOV, TCH).

Ein Springer aus dem hohen Norden (Silvenoinen) durchzechte trotz Verbotes die Silvesternacht vor dem Neujahrsspringen in Partenkirchen. Sein Mannschaftsführer wollte ihn deshalb von der Startliste streichen lassen, gab aber den Bitten der ganzen Mannschaft nach und vertagte die erforderliche Strafe. Der verkaterte Springer bedankte sich für die Amnestie auf seine Weise, indem er das Neujahrsspringen gewann.