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Die Deutsch-Österreichische Springertournee ist Vorbild und unentbehrlicher Bestandteil des mitteleuropäischen Sportgeschehens geworden.
Die Skispringer haben bewiesen, daß eine „Europa-Union" vor allem im Sport möglich wird.
Die Präparierung der Sprungschanzen machte in allen Orten erneut sehr große Schwierigkeiten, konnte aber bereits mit Routine zufriedenstellend bewältigt werden. Die Olympiaschanze in Partenkirchen erhielt einen neuen 24 Meter hohen Sprungrichterturm, welcher weltweites Aufsehen einheimste.
Erstmals wurde in Cortina 1956 die 32 Jahre alte Siegestradition der norwegischen Skispringer bei Olympischen Winterspielen durchbrochen. Seit es Winterolympiaden gibt, hatte bisher Norwegen die Siegeslorbeeren abonniert. Der Schnee ist norwegisches Volksgut heißt ein alter Grundsatz im Lande der Fjorde. An dieser konservativen Einstellung hat sich bis dahin nichts geändert. Aber der aerodynamischen Entwicklung zeigten sie sich verschlossen. Jenem Sprungstil, den einst Birger Ruud zur Vollendung entwickelt hatte, das Schweben mit seitlich-, oder nach vorne abgewinkelten Armen, konnte man nichts mehr abgewinnen. Finnen und Sowjets springen mit angelegten Armen und einem weit vorgestreckten Oberkörper und werden auch entsprechend höher bewertet. Die Revolution der Finnen hat schon 1954 bei den Weltmeisterschaften in Falun begonnen und brachte 1956 in Cortina die absolute Vorherrschaft. Dies zeichnete sich auch bei der 5. Tournee klar ab.
Der sowjetische Springer Koba Zakadse beendete die Auseinandersetzungen zum Thema Sprungstil. Seine extreme Körpervorlage sofort nach dem Absprung vermittelte die Erkenntnis, daß nicht die Armhaltung, sondern die weitgehend gestreckte Hüfte (Vorlage) die moderne Richtung bestimmt.
Ohne Rücksprache mit den Tourneeorganisatoren hat der damalige Sportwart des Deutschen Skiverbandes, Fred Stober, anläßlich des FIS-Kongresses den Delegierten der DDR zugesichert, daß mit Oberhof, DDR, zum Weihnachtstermin ein zusätzlicher Wettkampf in die Tournee eingegliedert wird. Eine diesbezügliche Absprache mit den Vertretern des DLSV, der DDR, GESELL und JAHN, am 8. November 1956 in Partenkirchen klärte die notwendigen organisatorischen Vorbereitungsaufgaben. Allein der Reiseplan machte große Schwierigkeiten.
Die skandinavischen Springer sollten auf Kosten des DLSV die Anreisespesen ersetzt bekommen, und für alle Teilnehmer wird die Weiterfahrt bis München im Schlafwagen vorbereitet. Schließlich reagierten auf die Einladung nach Oberhof/Thüringen nur der Deutsche und der Österreichische Skiverband, alle anderen Länder blieben von diesem Wettkampf fern.
Wieder einmal hat der Grenzübergang am Oberjoch in das Tourneegeschehen eingegriffen. Wegen der „Maul- und Klauenseuche" mußten alle Tourneeteilnehmer den Reisebus verlassen und einzeln desinfiziert werden, was bei den Skispringern mit einem lauten Hallo quittiert wurde.</small>
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