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Der Flaggenstreit
Ein sich wichtigmachender österreichischer UP-Journalist wollte vor Tourneebeginn von der DDR-Mannschaftsführung wissen, welches Verhalten zu erwarten sei, wenn bei den Tourneeveranstaltungen die im Westen verbotene DDR-Fahne nicht aufgezogen wird. Die DDR-Betreuer wurden damit aufgeweckt und haben dann kategorisch verlangt, daß in allen Skistadien die Nationalflaggen der beteiligten Länder gezeigt werden müssen. Nun fehlten dazu nicht nur die technischen und materiellen Voraussetzungen, sondern es konnte auch eine Sondererlaubnis bei den örtlichen Behörden und zuständigen Ministerien nicht erlangt werden. Schließlich war die DDR in Deutschland und Österreich kein anerkannter Staat. Die Konsequenz daraus war, daß für die DDR-Springer die Nennungen zurückgezogen wurden. Alle Mannschaften der Oststaaten (DDR, POL, SOV, TCH) erklärten sich solidarisch und blieben ebenfalls den Starts fern bzw. sind dann von Innsbruck wieder heimgereist. Sehr treffend formulierte damals der Vorsitzende des FIS-Sprungrichterausschusses, Hans Fuchs, SUI, die Ereignisse: "Die Skispringer sollten nicht als teilnehmende Nation bezeichnet werden, sondern als Springer-Familie. Neun Ländermannschaften haben in fünf verschiedenen Sprachen geredet und sich trotzdem untereinander sehr gut verstanden."
Zur Startverweigerung der Ostblockteams kam hinzu, daß Finnland und Norwegen diese Tournee nicht beschickten, weil das Vorbereitungsprogramm für Olympia 1960 in Squaw Valley sehr strenge Ausscheidungswettkämpfe in den eigenen Ländern vorsah.
Als der Innsbrucker Komitee-Vorsitzende Franz Roilo mit seinem Auto auf dem Weg zur Tourneetagung am Rupertihaus war, fragte er außerhalb von Mühlbach/Hochkönig zwei Buben nach dem Weg zum Bubi Bradl. Die beiden Lauser waren sofort bereit, den Weg klar zu weisen und boten an, ein Stück mitzufahren. Nach einer längeren Strecke wiesen die Buben den Fahrer an, zu halten, denn sie sind hier zu Hause. Dem erstaunt fragenden Skifreund Roilo nach dem richtigen Weg zu Bubi Bradls Rupertihaus wurde mitgeteilt, daß dort, wo sie eingestiegen sind, der Weg rechts abzweigt, worauf sie dann schleunigst verschwanden.
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