DSV ֓V FIS EON VIESSMANN
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Die Tourneefunktionäre haben sich während des ganzen Sommers bei allen nur möglichen Ministerien in Deutschland und Österreich bemüht, eine Sondererlaubnis für das Hissen der DDR-Fahne bei den Tourneeveranstaltungen zu erhalten. Weil aber die grundsätzlichen politischen Bestimmungen und Gesetze nicht zu umgehen waren, konnte eine solche Genehmigung nirgendwo zustandegebracht werden. Daraufhin wurde festgelegt, daß in den Skistadien nur noch die Fahnen des eigenen Landes und der Clubs aufgezogen werden. Diesen Maßnahmen haben die Skifreunde der DDR zugestimmt, und sie sind dann auch zur 9. Tournee wieder mit den besten Ski-Springern angerückt. Die Tourneeverantwortlichen atmeten auf, denn politische Verwicklungen waren noch nie nach dem Geschmack der Sportfunktionäre.

Bei dieser 9. Tournee waren 70 Springer aus 12 Ländern am Start. Viel zu viele für das bescheidene Veranstaltungsbudget, weshalb man in rote Zahlen geriet und künftig eine strengere Bemessung der Einladungsquoten verlangte.

Zwischenzeitlich wurde Innsbruck als Austragungsort der IX. Olympischen Winterspiele im Jahre 1964 nominiert. Alle Bestrebungen für die Errichtung einer modernen Sprungschanze mit neuzeitlichen Einrichtungen wurden verwirklicht. Bereits in der laufenden Skisaison 1960/61 wurde mit den Erdbewegungen begonnen, so daß die Bergisel-Schanze für die 9. Tournee einer Riesenbaustelle glich. Trotz dieser unangenehmen äußeren Bedingungen wurde dennoch eine ausgezeichnete Sprungkonkurrenz abgehalten. Die Springer kümmerten sich nur wenig darum, daß sie bei jedem Schritt einem Baggerloch auszuweichen hatten.

Bei einem der vorangegangenen Sprungwettkämpfen stürzte ein Springer (Roscher?) so schwer, daß er im Auslauf bewußtlos liegen blieb. Sofort eilte ein Kamerad zu ihm und begann mit Wiederbelebungsversuchen, da er annahm, daß dem Verletzten die Luft wegblieb. Er mußte aber seine Bemühungen sofort einstellen, denn der so Behandelte schrie vor Schmerz laut auf. Er hatte ja keine Atembeschwerden, sondern einen Schlüsselbeinbruch.

Die anhaltende Leistungsvormacht des Ausnahmespringers Helmuth Recknagl, DDR, war weiter unbestritten. Es konnte jedoch jetzt festgestellt werden, daß es keine ausgesprochen unschlagbare Springermannschaft - wie früher Norwegen und Finnland - mehr gibt. Die Weltklasse ist jetzt auf fünf bis sechs Länder verteilt.

Im Herbst 1961 wurde in Partenkirchen erstmals eine gutbesuchte Tournee-Pressekonferenz abgehalten.


Putzi Pepeunig hat seine Skiverbandsfunktion als Skisprungreferent zurückgelegt und steht wieder offiziell für die Tourneeorganisation zur Verfügung. Die Arbeit als Springerbetreuer hat er in den vergangenen Jahren gut genutzt, um für die Tournee und deren Bestrebungen viele internationale Freunde zu gewinnen.