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Es waren die größten Idealisten, welche in den europäischen Ländern nach dem Kriege 1939-1945 die Skiclubs und Verbände und damit auch den Skisport überhaupt aufgebaut haben. Nach Gefangenschaft und Verschleppung, oftmals der gesamten Habe verlustig, haben diese Phantasten bald beachtenswerte organisatorische Erfolge verbucht. Die größten Schwierigkeiten hatten aber die österreichischen und insbesondere die deutschen Skisportler zu überwinden. Ihnen wurden die internationalen Wettkämpfe und Beschickungen untersagt und von der FIS sogar vorgeschrieben, "wo, wann und in welchem Umfang" ein Auslandsstart erlaubt war.
Die Sprungschanzen waren da und dort von den Kriegseinflüssen zerstört. Es wurden unter größten Opfern sehr viele Anlagen renoviert bzw. neu aufgebaut. So auch in Bischofshofen und Innsbruck, zwei der heute bedeutendsten Sprungschanzen der Welt.
Die Springermannschaft wurde aus Kriegsveteranen neu formiert, wobei aus den Tourneeorten die leistungsstärksten Springer des DSV und ÖSV kamen, wie etwa: vom SC Oberstdorf: Sepp Weiler, Heini Klopfer; vom SC Partenkirchen: Sepp Kleisl, Toni Eisgruber; von Innsbruck: Franz (Jaggl) Mair, Walter Steinegger und vom SC Bischofshofen: Sepp Bradl, Buwi Höll. Trotz eifrigster interner Trainingsarbeit war aber nicht zu verkennen, daß der kriegsbedingte Leistungsrückgang im deutschen und österreichischen Skisprungsport sehr stark in Erscheinung trat.
Es mußte also unbedingt etwas unternommen werden, um den heimischen Skispringern verbesserte Möglichkeiten für internationale Leistungsvergleiche zu vermitteln. In Innsbruck wurde dazu eine Interessengemeinschaft aus dem Traditionsclub Innsbrucker Skiläufervereinigung und dem WSV Innsbruck gebildet, welche den Anforderungen für Ski-Großveranstaltungen in jeder Beziehung gerecht werden konnte.
Bereits am 7. Jänner 1951 trat diese Gemeinschaft mit dem ersten "Bergisel-Skispringen" auf den Plan. Mit der Beteiligung aus neun Skiverbänden war diese Veranstaltung die bis dahin bestbesuchteste Sprung-Konkurrenz, welche nach dem Kriege in Mitteleuropa stattfand. Über 25.000 Zuschauer wurden registriert, so daß auch eine finanzielle Deckung erreicht wurde, zumal den Teilnehmern nur ganz bescheidene Vergütungen ausgezahlt wurden. Bei dieser Veranstaltung wurde aber auch erkannt, daß derartige Großereignisse mit leistungsstarker Besetzung nur dann abgehalten werden können, wenn das Programm auf eine kurze Urlaubszeit für die Sportler bestimmt ist. Das hieß aber auch, daß die Einladungen für die skandinavischen Skispringer nur mit den damals "hochstaplerischen" Flugreisen auszustatten waren. Eine Neuauflage des Bergisel-Springens 1951 mit einem noch größeren Teilnehmerfeld war also in Verbindung mit einer modernisierten Organisation nur dann möglich, wenn sich mehrere Wintersportorte zu einer Veranstaltungsreihe zusammenschließen, um auf diese Weise die angestrengte Finanzierung zu verteilen. Eine Steigerung des Publikumsinteresses war wegen der eingeschränkten Fassungsräume der Skistadien nicht möglich. Hier erinnerte man sich der Reihenveranstaltungen in den späten zwanziger Jahren, als Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Hofgastein und Semmering mit guten Erfolgen zusammenarbeiteten. Auf Wunsch der Innsbrucker Stadtpolitiker wurde die erfolgreiche Interessengemeinschaft auf vier Clubs erweitert, es kamen die Turnerschaft Innsbruck und der Peter-Mayer-Sportverein (heute: Sportvereinigung Tyrol) dazu.
In Österreich einen Partner zu finden, der den gestellten Anforderungen entsprach, war nicht schwer, zumal der Sportclub Bischofshofen damals nicht nur den Großteil der Nationalmannschaft abstellte, sondem sich mit einigen vorzüglichen Sprungveranstaltungen empfohlen hatte. Nach einer vorherigen schriftlichen Abstimmung kam es am 1. Dezember 1951 in Kitzbühel zu einer Aussprache. Andi Mischitz und Fred Triebner aus Bischofshofen sowie Toni Glos und Putzi Pepeunig aus Innsbruck waren sich sofort über die zukünftige Zusammenarbeit einig, und ein zünftiger "Watter" (alpenländisches Kartenspiel) und einige Krüge Tiroler Rotweines besiegelten die freundschaftlichen Beziehungen. Als dritter im Bunde gesellte sich noch Kitzbühel der Veranstaltungsreihe hinzu. Schließlich war dieser Tournee im Winter 1952 ein beachtlicher Erfolg beschieden. Die finanzielle Abrechnung mußte jedoch zwischen Innsbruck und Bischofshofen erledigt werden, denn der Kitzbüheler Beitrag steht bis heute noch aus. Die "Burgstall-Schanze" in Kitzbühel wurde durch einen Erdrutsch total zerstört, so daß in der Folge dort keine Skispringen mehr stattfinden konnten. Der KSC konzentrierte sich dann voll im alpinen Skigeschehen und hatte mit dem "Hahnenkammrennen" die besten Erfolge.
Die erste - kleine - Tournee fand in internationalen Fachkreisen höchste Anerkennung. Die mustergültige Abwicklung der Wettkämpfe gab auch den Gemeinden den Anstoß, für die verantwortlichen Skiclubs eine verbesserte Unterstützung bereitzustellen. Dieselben Innsbrucker Funktionäre waren auch die lnitiatoren für eine Bewerbung Innsbrucks um die Abhaltung von Olympischen Winterspielen. Die österreichischen Partnerclubs wurden durch die Ereignisse der Olympischen Winterspiele 1952 in Oslo im Eifer noch mehr aufgestachelt, als BUWI BRADL dort mit besten Vorschußlorbeeren zum Favoriten erklärt wurde. Beim Olympischen Spezialspringen war dann allerdings nur noch ein Rest von Bradl erkennbar. Nervös, unsicher, verkrampft verhaute er seinen Sprung. Für eine Sensation sorgte der junge Oberstdorfer TONI BRUTSCHER, der nur drei Skandinaviern den Vortritt lassen mußte und im vierten Rang alle Mitteleuropäer übertraf. Für die heimischen Skifunktionäre war aber ein Signal gesetzt worden, daß mit mehr Routine im internationalen Vergleich und mit zielstrebiger Arbeit die skandinavische Vormachtstellung im Skispringen durchbrochen werden kann.
Den Skifunktionären wurde klar, daß über den Veranstaltungsbereich mit einem größeren Budget das Weltformat im Skisprungsport zu erreichen ist. In diese Überlegungen tauchte ein in der gemütlichen Stube des "Hauses Maier" zu Partenkirchen erfolgter Gedankenaustausch zwischen den Skifreunden FRANZ RAPPENGLÜCK, HELMUT ZIEGLER und PUTZ PEPEUNIG erneut auf, nämlich: "Eine organisatorische Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Skiclubs der Alpenländer" herzustellen. Bei verschiedenen Gelegenheiten im Winter 1952 wurden diese Gedanken neu formiert und an die Partnerschaft über die Staatsgrenzen hinweg herangegangen. So kam es zur Gründung der
DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHEN SPRINGERTOURNEE.
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